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PM: Extrem rechte Vorfälle in Treptow-Köpenick steigen an

Das Register zur Erfassung diskriminierender und extrem rechter Vorfälle in Treptow-Köpenick meldet einen starken Anstieg in der ersten Jahreshälfte.

Dies zeigt sich vor allem im Vergleich mit dem Vorjahr. Waren es 2017 im selben Zeitraum noch 206 Vorfälle, so sind es bereits 2018 über 260 (+27%). Dieser Anstieg lässt sich vor allem auf die Bereiche Propaganda (+30%) und Beleidigung/Bedrohung/Pöbelei (+181%) zurückführen. Insbesondere Übergriffe (Angriffe und Beleidigungen/Bedrohungen/Pöbeleien) stiegen an, vor allem auf politische Gegner_innen und auf von Rassismus betroffene Menschen. Sie waren in 24 Fällen rassistisch motiviert (+41%) und richteten sich in 12 Fällen gegen politische Gegner_innen (+100%). Als Schwerpunktorte der Gewalt lassen sich Niederschöneweide mit 13 Vorfällen, Oberschöneweide mit 7 Vorfällen, sowie Adlershof und Köpenick Mitte mit jeweils 6 Vorfällen ausmachen.

Der August war der Monat mit den meisten erfassten Vorfällen. Hier wurden auch die meisten Übergriffe (8) gemeldet. Insgesamt 21 Vorfälle (45%) im August ereigneten sich in Niederschöneweide, was vor allem auch in diesem Ortsteil eine massive Steigerung (Monatsdurchschnitt: 9) ausmacht. Sie setzten sich aus Propaganda (15), Beleidigung/Bedrohung/Pöbelei (5) und Sachbeschädigung (1) zusammen. Hierzu zwei Fallbeispiele:

Sachbeschädigung (16.08.2018)
Gegen Mittag hörte eine Mitarbeiterin des Zentrums für Demokratie ein kratzendes Geräusch an der Eingangstür. Als das Geräusch weiter anhielt, näherte sie sich der Tür und sah einen Mann mit einem Schraubenzieher an der Tür werkeln. Als sie daraufhin die Tür öffnete, hatte sich der Mann schon ein paar Schritte entfernt und reagierte auf ihre Ansprache nicht. Wenig später entfernte er sich über den S-Bahnhof Schöneweide. Am Abend als eine weitere Mitarbeiterin gehen wollte, stellte sie fest, dass zwei Nägel in das Außenschloss für das Rollo eingeschlagen worden waren. Das Schloss war nicht mehr nutzbar und musste ersetzt werden.

Beleidigung/Bedrohung/Pöbelei (04.08.2018)
Am späten Abend stieg eine Gruppe von ca. 7 Personen aus der S-Bahn am Bahnhof Schöneweide und brüllte „Jude, Jude, Jude“. Dies wiederholten sie auch beim Verlassen des Bahnhofes. Die Gruppe überquerte dann die Michael-Brückner-Straße und brüllte auf dem Mittelstreifen „Frei, sozial und national“, woraufhin mehrere Jugendliche lautstark widersprachen. Die Gruppe Neonazis drehte daraufhin um und wollte zu den Jugendlichen, was drei hinzukommende Polizisten verhinderten. Die Neonazis zogen dann in die Brückenstraße und brüllten wiederholt ihre Parolen sowie mehrfach „Nationalsozialismus jetzt!“. Die Neonazis kehrten dann unbehelligt in eine Kneipe in der Brückenstraße ein.

„Es ist mit einem weiterem Anstieg der Vorfälle in diesem Jahr zu rechnen. Neonazis und Rassist_innen scheinen von der gesellschaftlichen Entwicklung beflügelt. Sie versuchen verstärkt den öffentlichen Raum zu besetzen, People of Colour gewaltsam zu vertreiben und die Zivilgesellschaft einzuschüchtern“, schätzt Jeannine Löffler, Koordinatorin des Registers Treptow-Köpenick, ein.

Berlin, den 11.9.2018

Weitere Informationen
www.berliner-register.de/treptow-koepenick

Kontakt
Zentrum für Demokratie Treptow-Köpenick
Telefon: 030/ 65487293
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die Pressemitteilung findet ihr hier.

Mahnwache wegen zweifachem Mordversuch

Heute Abend 18 Uhr findet eine Mahnwache gegen Obdachlosenfeindlichkeit und Ausgrenzung am S-Bahnhof Schöneweide statt.
 
In der Nacht von Sonntag auf Montag ereignete sich im Ortsteil Niederschöneweide ein Mordversuch an zwei Obdachlosen. Die schlafenden Männer wurden mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und mit lebensbedrohlichen Brandverletzungen ins Krankenhaus gebracht.

 

Anlässlich dieser menschenverachtenden Tat wird heute Abend 18 Uhr eine Mahnwache abgehalten. Alle Menschen, die ein Zeichen gegen Hass und Unmenschlichkeit setzen wollen, sind eingeladen sich mit den Betroffenen zu solidarisieren und vor Ort ein Zeichen zu setzen. 

 

Den Link zur Pressemitteilung findet ihr hier!

Nazis in den Schatten stellen! Ein antifaschistischer Sommertag in Treptow-Köpenick am 04. August 2018

Keine Sonne für Nazis - NPD-Sommerfest in den Schatten stellen

 

11 Uhr, Mandrellaplatz: Auftakt-Kundgebung gegen das NPD-Sommerfest. Die NPD Berlin lädt am Samstag den 04. August zum Sommerfest in die NPD-Zentrale in der Seelenbinderstraße 12 in Berlin-Köpenick. Mit Musik, Redebeiträgen und einem Kinderprogramm will die Partei für ihre menschenverachtende Ideologie werben. Das Bündnis für Demokratie und Toleranz ruft ab 11 Uhr zur Gegenkundgebung auf dem Mandrellaplatz auf. Die Zivilgesellschaft und alle Antifaschist_innen in Treptow-Köpenick beginnen den antifaschistischen Sommertag 2018 bei dieser Kundgebung unter dem Motto Keine Sonne für Nazis – Wir stellen das NPD-Sommerfest in den Schatten!
 
Putzspaziergang gegen Nazi-Propaganda in Schöneweide
14 Uhr, Hasselwerderstraße 38: Anwohner_innen aus Schöneweide haben in den letzten Wochen von einer zunehmenden Präsenz von menschenverachtenden und rechtsextremen Aufklebern und Schmierereien berichtet. Mit einem Putzspaziergang gegen rechtsextreme Propaganda möchten wir diese Situation verändern. Das Zentrum für Demokratie stellt Putzutensilien und kalte Getränke und freut sich über rege Beteiligung.
 
Kühle Getränke & Kennenlernen
16 Uhr, Hasselwerderstraße 38: Zum Abschluss des antifaschistischen Sommertages laden wir euch in den Garten der Villa Offensiv ein. Hier sollen sich neue und alte Aktive aus dem Bezirk kennen lernen und austauschen und verschiedene Initativen aus den Bereichen Antifaschismus und Antirassismus werden sich vorstellen. Kommt doch vorbei.

180 Träger positionieren sich gegenüber der AfD

Pressemitteilung vom 17. Juli 2018
 
Insgesamt 180 Berliner Träger sozialer Einrichtungen und demokratischer Projekte haben bis zum 15. Juli 2018 eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, mit der sie klar Position gegen (extrem) rechte, rechtspopulistische und menschenverachtende Einstellungen und Organisationen beziehen.

 

Vor einem Monat hatten die vier Initiatoren die Erklärung ins Leben gerufen und veröffentlicht. Gemeinsam wollten die pad gGmbH, Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH, offensiv´91 e.V. und der Verein Fabrik Osloer Straße dem Agendasetting der AfD etwas entgegen setzen. „Wir wollen die Deutungshoheit nicht der AfD überlassen. Wir wollen mit vielen Menschen zusammen für eine solidarische, inklusive Stadtgesellschaft einstehen“, erklärt Andreas Wächter, Geschäftsführer der pad gGmbH. Für dieses Anliegen haben sich nun viele weitere Unterstützer*innen gefunden. Darunter befinden sich Träger der Stadtteil- und Jugendarbeit (u.a. JUP e.V., Berliner Landesverband der deutschen Pfadfinder) genauso wie Beratungsprojekte (u.a. vdk, pro familia), Migrant*innenselbstorganisationen (u.a. TBB Berlin-Brandenburg, transaidency e.V.) und (Dach-)Verbände (u.a. Paritätischer Wohlfahrtsverband Berlin). Die Unterzeichnenden wenden sich gegen die Bemühungen der AfD, mit einer Kultur der Behauptungen und Unterstellungen, Träger, Projekte und zivilgesellschaftliche Bündnisse zu diffamieren und mundtot zu machen. Sorge bereitet ihnen auch die zu beobachtbare Diskursverschiebung nach rechts. Gesellschaftliche Fragestellungen werden allzu oft unter den Bedingungen rechtpopulistischer Stichwortgeber*innen verhandelt. Die Träger werden weiterhin in ihren Einrichtungen und Projekten für eine vielfältige und weltoffene Stadtgesellschaft einstehen und jenen Gehör verschaffen, die von Ressentiments, Vorurteilen und rechter Gewalt betroffen sind. 

Die vollständige Erklärung findet ihr hier!

gefördert durch
Besuchsadresse

Zentrum für Demokratie

Michael-Brückner-Str. 1/Spreestraße
(gegenüber S-Bhf Schöneweide)

Tel.: 030 - 65 48 72 93
E-Mail: zentrum@offensiv91.de
Postanschrift

Zentrum für Demokratie
c/o Villa offensiv
Hasselwerderstr. 38 - 40
12439 Berlin
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